Die nachhaltige Alternative zu Tampons und Co.

Ich schreibe über dieses Thema, weil ich der Meinung bin, dass es aktuell zwar mehr diskutiert wird, es jedoch kaum Aufklärung darüber gibt, welche Alternativen möglich sind. Die Rede ist von Tampons, Binden und Co. Die meisten Frauen bzw. menstruierenden Menschen, nutzen seit Beginn ihrer Pubertät bis zur Menopause einmal monatlich eine Vielzahl an Tampons und Binden bzw. Slipeinlagen. Hier kommt einiges an Müll zusammen, wenn man bedenkt, dass die Menstruation durchschnittlich zwölfmal im Jahr stattfindet und durchschnittlich fünf bis sieben Tage andauert. Zudem können Tampons und Binden, wenn sie nicht richtig angewendet werden auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Da ich selbst von diesem Thema betroffen bin, habe ich mich auf die Suche nach einer nachhaltigen und natürlichen Alternative zu Tampons und Co. gemacht

Wie ich dazu kam nachhaltige Alternativen zu Tampons zu benutzen

Als ich als Teenager zum ersten Mal meine Periode bekommen habe, habe ich mich natürlich zunächst an meine Mutter gewandt. Wen sollte man in solch einer neuen und ungewohnten Situation in diesem Alter sonst fragen. Sie war also für mich meine erste Ansprechpartnerin. Sie kannte sich ja schließlich damit aus.

So begann ich also Tampons und Binden zu benutzen. Wobei ich mich sehr lange Zeit mit Tampons immer viel sicherer gefühlt habe. Ich hatte damit eher das Gefühl, dass nichts auslaufen kann und das Tragegefühl war viel angenehmer, als mit einer dicken Binde. Ich habe mir seitdem auch viele Jahre keine weiteren Gedanken mehr darüber gemacht. Es war halt einfach so, dass man während seiner Periode Tampons benutzt. Meine Freundinnen taten das ja schließlich auch. Dazu kommt noch, dass dieses Thema natürlich auch noch nicht sehr lange öffentlich thematisiert wird. Wenn man seine Periode hatte, dann behielt man das für sich und tauschte sich höchsten bei Menstruationsbeschwerden vielleicht mit seiner besten Freundin aus.

Als ich jedoch irgendwann damit begonnen habe, mich mit vielen Themen und Bereichen meines Leben auseinanderzusetzen, stieß ich zwangsläufig auch auf dieses Thema. Nachhaltigkeit und Zero Waste wurde immer mehr zu einem großen Wunsch in meinem eigenen Konsumverhalten. Oft machen schon kleine Dinge einen großen Unterschied. Also begann ich mich über nachhaltige Alternativen zu Tampons und Co. zu informieren und probierte ein paar Sachen aus, bis ich das Richtige für mich persönlich gefunden hatte.

Was für mich auch ein wichtiger Aspekt dabei war, ist dass das Tragen von Tampons und Binden je nachdem auch ein gesundheitliches Risiko mit sich bringt. Tampons sollten spätestens nach sechs Stunden gewechselt werden. Das ist nachts zum Beispiel gar nicht möglich. Außer du brauchst vielleicht nicht viel Schlaf. 🙂 In Binden und Slipeinlagen bilden sich nach längerer Zeit ebenfalls Bakterien.

Wenn du eventuell unter Scheidentrockenheit leidest oder andere Probleme mit den Scheidenwänden bestehen, können diese Hygieneartikel die Probleme negativ beeinflussen. Es kann sogar sein, dass Regelschmerzen durch das Tragen von Tampons noch verstärkt werden. Der Tampon wird mit der Zeit in der er sich vollsaugt immer schwerer. Er muss also von deiner Beckenbodenmuskulatur getragen werden. Wenn du sowieso schon Krämpfe während deiner Periode hast, können diese dadurch noch verstärkt werden.

Welche Alternativen gibt es zu Tampons und Co.?

Zunächst ein Überblick, welche Alternativen aktuell auf dem Markt sind:

  • Menstruationstassen
  • Stoffbinden
  • Periodenunterwäsche
  • Naturschwamm

Dies soll nur einen ersten Überblick darstellen. Natürlich gibt es noch weitere Produkte. Ich habe jedoch nicht alle selbst ausprobiert und möchte ja hier auch von meiner Erfahrung berichten.

Menstruationstassen

Mein erster Kontakt zu alternativen Hygieneartikeln war die Menstruationstasse. Ich habe mir damals zum testen eine Eigenmarke aus der Drogerie besorgt. Die Anleitung und Handhabung der Tasse war leicht verständlich und auch für Anfänger gut beschrieben.

Die Tasse besteht aus hautfreundlichem Silikon ist hypoallergen, latexfrei und parfümfrei. Sie verspricht bis zu zwölf Stunden Schutz und hat ein Fassungsvermögen von ca. 20 ml. Hier gibt es verschiedene Größen. Ich hatte Größe M. Der kleine Stiel am unteren Ende dient als Rückholfaden. Sie kann zu allen Aktivitäten getragen werden und ist bei richtiger Pflege laut Hersteller jahrelang verwendbar.

Ich habe viele Berichte von Frauen gelesen, die auf die Menstruationstasse schwören und mit dieser sehr gut zurecht kommen. Ich finde sie persönlich auch sehr gut. Das Einführen ist einfach und man spürt sie auch gar nicht. Es ist vergleichbar mit dem Tragen von Tampons.

Der einzige Nachteil ist für mich, dass Leeren der Tasse. Ich möchte dir die Details ersparen. Ich bin allerdings kein Fan von viel Blut und komme daher mit der Tasse nicht so gut zurecht. Wenn dir das nichts ausmacht, dann kann ich die Tasse jedoch auf jeden Fall empfehlen.

Naturschwamm

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Naturschwamm noch nicht getestet habe. Ich finde ihn jedoch eine interessante und vor allem nachhaltige Alternative.

Der Menstruationsschwamm wird wie ein Tampon verwendet, ist aber ein Naturprodukt und ca. ein Jahr immer wieder verwendbar. Er trocknet weder die Scheide aus, noch verletzt er die Schleimhäute beim Einführen. Auch hier gibt es unterschiedliche Größen, die für unterschiedliche Menstruationsstärken genutzt werden können. Die Wechselphasen sind je nach Blutung ungefähr gleich wie bei Tampons. Der Schwamm wird nach einer gewissen Zeit ausgewaschen und wieder eingeführt.

Wie gesagt, habe ich den Schwamm noch nicht selbst getestet. Falls du schon Erfahrungen damit hast, freue ich mich über einen Kommentar.

Stoffbinden und Periodenunterwäsche

Ehrlich gesagt stand ich Periodenunterwäsche zunächst etwas skeptisch gegenüber. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das sicher funktionieren soll und man nichts von der Feuchtigkeit in der Unterwäsche merkt. Ich habe mir anfangs mehrere Modelle von verschiedenen Herstellern angeschaut. Viele, auch namhafte Hersteller bieten verschieden Modelle an, die für die unterschiedlichen Periodenstärken geeignet sind.

Nach langer Recherche im Internet habe ich mich für zwei Teile von femtis* entschieden. Einmal für den Periodentanga SVEA (für leichte Tage) und für den Periodenslip KARI im Bikini-Stil (für mittlere Tage). Die wichtigsten Kriterien diese Slips zu kaufen waren für mich, dass sie hoch­wertige Perioden­unterwäsche ohne Biozide, vegan und fair produzieren. Die Slips haben einen integrierten Schutz­bereich mit ÖKO-zertifi­zierten Membran-System mit bis zu 5 Lagen. Dieser Schutz­bereich nimmt Flüssigkeit auf und verhindert das Auslaufen. Die Perioden-Slips sind ohne Silberchlorid und andere Schad­stoffe. Zudem gibt es viele wirklich schöne Modelle, die nicht vermuten lassen, dass es sich um Periodenunterwäsche handelt.

Das Beste an Periodenunterwäsche und Stoffbinden ist jedoch, dass man sie einfach waschen und wiederverwenden kann.

Ich habe meine zwei Teile bereits getestet und bin wirklich überzeugt. Den Slip für mittlere Tage hatte ich sogar zu einer längeren Wanderung getragen. Es ist wirklich nichts ausgelaufen und ich hatte kein unangenehmes Gefühl aufgrund von Feuchtigkeit oder sonstigem. Das Material ist sehr weich und angenehm zu tragen. Die anschließende Pflege super einfach. Daher habe ich mir auch noch weitere Teile bestellt, damit ich für den gesamten Zeitraum meiner Periode die Unterwäsche nutzen kann.

*Kennzeichnung als Werbung wegen Markennennung. Keine bezahlte Kooperation. Es handelt sich lediglich um einen Erfahrungsbericht.

Mein Fazit zu den Alternativen

Die Menstruation ist so individuell wie jeder Mensch auch. Es gibt längere, kürzere, stärkere und schwächere Blutungen. Jeder hat seine eigene Art mit der Menstruation umzugehen. Ich kann an dieser Stelle nur über meine Erfahrungen berichten und was für mich persönlich am besten funktioniert hat. Jedoch schreibe ich diesen Beitrag vor allem um auf dieses Thema aufmerksam zu machen und Alternativen aufzuzeigen.

Es ist mir auch wichtig zu erwähnen, dass wir in unserer westlichen Welt sehr privilegiert sind, was den Zugang zu solchen Hygieneartikeln angeht. In vielen ärmeren Ländern haben Frauen gar keine Möglichkeiten Tampons oder Binden zu kaufen. Dabei ist Damenhygiene ein wichtiger Faktor für die uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben. Zahlreiche Mädchen verlassen das Haus während ihrer Menstruation kaum. Das geht zu Lasten der Schulbildung. Oft brechen die Mädchen auch komplett die Schule ab, sobald sie die Pubertät erreichen.

Unter dem Hashtag #NoMoreLimits wird das Thema von vielen Organisationen weltweit Thematisiert und jährlich am 28.05. findet der „Menstrual Hygiene Day“ statt.

Ich hoffe ich konnte ein wenig über dieses wichtige Thema aufklären. Falls du bereits Erfahrungen zu den oben genannten Hygieneartikeln hast bzw. noch Fragen hast, dann schreib mir gerne in den Kommentaren. Erzähl mir auch gerne wie dir mein Beitrag gefallen hat.

Alles Liebe, Katrin


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