Yamas und Niyamas – Die bewusste Lebensführung

Yamas und Niymas sind moralische Prinzipien, die sich in fast allen spirituellen Traditionen wiederfinden. Sie umfassen den Umgang mit uns selbst und unserer Umwelt. Sie befassen sich mit unserer inneren Einstellung, im Einklang mit einer bewussten Lebensführung.

Wenn wir uns auf den Yogapfad begeben, sollten wir uns zu Beginn bewusst machen, was unsere Werte und Prinzipien sind. Das es hier um gewaltlose und friedvolle Prinzipien gehen soll ist klar. Welche Bereiche die Yamas und Niyamas umfassen erfährst du hier.

Yama – Der Umgang mit Anderen und unserer Umwelt

Stellt dir zu Beginn die Frage, wie du mit deinen Mitmenschen und deiner Umwelt umgehen möchtest. Wie möchtest du wahrgenommen werden und was möchtest du Gutes tun.

Die Yamas umfassen folgende Bereiche:

  • Ahisma: Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und Güte
  • Satya: Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit
  • Asteya: Nicht-Stehlen
  • Brahmacharya: Mäßigung, Bewahrung der Lebensenergie
  • Aparigraha: Genügsamkeit

Ahisma

Bei Gewaltlosigkeit geht es darum, niemand anderen zu verletzen. Dies kann mit unseren Taten aber auch mit Worten geschehen. Worte können Menschen manchmal viel mehr verletzen als unsere Taten es tun. Kleine Gemeinheiten oder Lästereien können genügen, um Menschen in unserem Umfeld Schaden zuzufügen.

Satya

Bei der Wahrhaftigkeit geht es darum, aufrichtig zu anderen aber auch zu uns selbst zu sein. Wir erfinden keine Ausreden mehr, warum wir etwas nicht tun können. Wir lernen zu uns zu stehen und uns mit der Zeit selbst besser anzunehmen.

Asteya

Nicht-Stehlen, richtet den Fokus auf den Umgang mit unseren Begierden, in materieller und immaterieller Hinsicht. Wir lernen unsere Begierden zu zügeln und müssen uns weniger beherrschen das Richtige zu tun.

Brahmacharya

Es lehrt uns Selbstkontrolle zu üben und das richtige Maß zwischen wirklichen Bedürfnissen und Leidenschaften zu finden. Wir lernen ein gesundes Gleichgewicht zu finden und z.B. unsere Work-Life-Balance zu verbessern. Es bedeutet auch unseren Lebensstil nach ethischen und ökologischen Gesichtspunkten zu gestalten.

Aparigraha

Genügsamkeit lehrt uns den maßvollen Umgang mit allem, was uns umgibt. Wir gehen achtsam mit dem Teil von uns um, der immer wieder Mangel empfindet. Sie hilft uns genügsamer zu werden und nicht immer alles nur haben zu wollen.

Niyama – Der Umgang mit uns selbst

Es handelt sich bei den Niyamas um fünf Verhaltensregeln, an die wir uns halten, um die Beziehung zu unserer inneren Welt zu verfeinern.

Die Niyamas umfassen folgende Bereiche:

  • Shaucha: Reinheit
  • Santosa: Zufriedenheit ohne bestimmten Grund
  • Tapas: Selbstdisziplin und Verzicht
  • Svhadyaya: Selbststudium, Selbstreflexion, Selbsterforschung
  • Isvara Pranidhana: Hingabe an eine höhere Kraft, vertrauen auf das göttliche, Anerkennung des göttlichen in allen Wesen

Shaucha

Es lehrt uns, uns von den äußeren Umständen und Erfahrungen nicht „beflecken“ zu lassen. Wir können uns bewusst dazu entscheiden, in unserem Geist einen Zustand von Reinheit und Arglosigkeit zu kultivieren. Zudem lehrt es uns weniger misstrauisch und vorsichtig zu sein und uns immer wieder auf andere Menschen und neue Situationen einzulassen.

Santhosha

Zufriedenheit lehrt uns wertzuschätzen was uns bisher alles gegeben wurde. Es ist das Gegenteil von Mangel. Zufriedenheit schenkt uns ein Glücksgefühl, welches nicht abhängig von äußeren Umständen ist.

Tapas

Disziplin gibt unserem Leben Ordnung und Struktur. Wenn wir konsequent an etwas dranbleiben, wachsen unsere Zufriedenheit und unser Selbstwertgefühl. Der Verzicht schafft Raum für etwas, das uns wirklich wichtig ist. Denn nur wenn wir auf die unwichtigen Dinge verzichten können, haben wir Zeit uns den wichtigen Dingen zu widmen.

Svadhyaya

Das Selbststudium fördert unser Selbstmanagement und schenkt uns ein Gefühl der Selbstwirksamkeit. Indem wir unsere eigene Entwicklung hinterfragen und unser Handeln neu überdenken, können wir selbst entscheiden wohin wir unsere Energie fließen lassen wollen. Wir erkennen was wir bisher erreicht haben und welche Potenziale unser Leben noch hervorbringen kann.

Ishvara Pranidhana

Es erinnert uns daran darauf zu vertrauen, dass das Leben es gut mit uns meint. Das es eine höhere Kraft gibt, die uns leitet und sich Gutes in unserem Leben entwickeln wird.

Die Yamas und Niyamas in unseren Alltag integrieren

Wie dir sicherlich aufgefallen ist sind die Bereiche, die die Yamas und Niyamas für eine bewusste Lebensführung umfassen, keine neue Erfindung. Es sind Werte und Verhaltensweisen, die wir alle kennen und zum Großteil bereits selbst in unserem Leben anwenden. Manchmal hilft es uns jedoch, wenn wir daran erinnert werden, dass der moderne Lebensstil heutzutage, in manchen Bereichen vielleicht viel zu sehr von diesen Werten und Prinzipien abweicht.

Es liegt bei uns selbst, inwieweit wir nach diesen Prinzipien leben möchten. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie sein Leben auszusehen hat. Sie können uns jedoch sehr dabei unterstützen, unseren Weg zu einem glücklichen Leben zu bereiten.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei. Alles Liebe, Katrin


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